Sauerkrautsaft selber machen - ganz einfaches Rezept

Bei selbstgemachtem Sauerkrautsaft verhält es sich ähnlich wie beim selbstgemachten Sauerkraut. Sie können zwar beides online oder im Supermarkt kaufen, aber meist ist es pasteurisiert (erhitzt) und dementsprechend leben die fleißigen Milchsäurebakterien nicht mehr. Wer rohen Sauerkrautsaft selber machen will, dem geht es in der Regel genau um diese Mikroorganismen. Und ganz nebenbei stellt man bei der selber-mach-Variante auch noch folgendes sicher:

  • Gute Bio-Zutaten
  • Gutes Salz ohne Zusatzstoffe wie Jod
  • Frei von Milchsäurebakterien bzw. Starterkulture für die Fementation
  • Frei von Konservierungsmitteln
  • Frei von künstlichen Aromen
  • Frei von Farbstoffen
  • Frei von Geschmacksverstärkern
  • Frei von Emulgatoren
  • Frei von Zusatzstoffen (E…)
  • Frei von Zuckerzusätzen
  • Frei von Gluten
  • Frei von tierischen Zusätzen
Auf diese Weise können Sie Ihren Sauerkrautsaft aus eigener Herstellung doch gleich viel besser genießen und von den Vorteilen profitieren. Ach ja, Sauerkrautsaft wird aus Sauerkraut hergestellt. Das heißt, Sie müssen erst Sauerkraut herstellen um an die köstliche Flüssigkeit zu gelangen.
 

Welche Zutaten benötige ich für Sauerkrautsaft?

  • 1kg Weißkohl oder Spitzkohl (1 – 2 Kohlköpfe)
  • Je kg 1,5 – 2 % Salz (am besten Steinsalz wie beispielsweise Himalayasalz)
  • 1 Teelöffel Kümmel (Je nach Geschmack sind Nelken oder Wacholderbeeren auch möglich)
 

Welches Zubehör brauche ich für die Herstellung Sauerkrautsaft?

  • 1 Schüssel
  • 1 Schneidebrett
  • 1 Gärgefäß
  • 1 Beschwerungsgewicht
  • 1 Gäraufsatz
  • 1 Holzstampfer
  • 1 Gemüsehobel
  • 1 Scharfes Messer
  • Sieb
  • Trichter
  • Flasche
 

So wird Sauerkrautsaft hergestellt – die einfache Schritt-für-Schritt Anleitung für zu Hause:

1. Im ersten Schritt entfernen wir alle unansehnlichen Blätter der Kohlköpfe. Im Anschluss entfernen wir 1 – 3 weitere schöne, frische Blätter und bewahren sie auf. Im weiteren Verlauf der Sauerkrautsaft Herstellung werden wir diese benötigen.

2. Nun halbieren wir den Kohl und schneiden alles in dünne, kleine Streifen. Das geht einerseits mit sehr gut mit einem scharfen Messen. Noch praktischer ist an dieser Stelle ein Gemüsehobel.

3. Sobald der Kohl geschnitten ist, wiegen wir diesen und berechnen die erforderliche Salzmenge. Merke: Für 1 Kg Kohl benötigen wir 15 – 20g Salz.

4. Jetzt geben wir Salz, Gewürze und klein geschnittenen Kohl in eine Schüssel und kneten alles kräftig durch. Beim Kneten brechen die Zellen des Kohls auf und es entsteht viel Weißkohlsaft. Dieser vermischt sich mit Salz und Gewürzen. Auf diese Weise entsteht unsere Salzlake, die wir für die Fermentation benötigen. Außerdem werden die Kohlstreifen durch das kneten schön weich.

Tipp: Sie können auch alles vermengen und das Gemisch für ca. 3 Stunden oder gar über Nacht ruhen lassen. Dann macht das Salz schon etwas Arbeit für Sie und das kneten bzw. massieren vom Kohl fällt später leichter. Wenn Sie die Schüssel mit dem Kohl-Gewürz-Salz-Gemisch im Kühlschrank für diesen Zeitraum aufbewahren wollen, kann das kneten unter Umständen etwas unangenehm werden, weil das Kraut dann sehr kalt ist und die Hände steif werden. Zumindest können es unsere Büro- und Küchenhände nicht so gut ab. Wer etwas härter im Nehmen ist und im Winter mit bloßer Hand Pflastersteine verlegt oder ähnliches dem wird das wohl nicht so viel ausmachen;-) Lieber bei Zimmertemperatur lagern und gut abdecken damit kleine Fliegen oder sonstige Insekten nicht das zukünftige Sauerkraut befallen.

5. Sobald genügend Salzlake entstanden ist, können wir die gesalzenen und gewürzten Kohlstreifen in die Gärgläser geben. Ob genügend Flüssigkeit vorhanden ist merken Sie daran, dass die Salzlake den Kohl fast bedeckt. An dieser Stelle kommt der Holzstampfer ins Spiel. Jede Portion Kohl die im Gärgefäß landet drücken Sie mit dem Holzstampfer nach unten sodass die Flüssigkeit (Salzlake) aufsteigt. Auf diese Weise kann die noch im Kohl-Salz-Gewürzgemisch vorhandene Luft nach oben entweichen. Befüllen Sie das Gärgefäß soweit bis noch mindestens 4 cm Platz ist.

Wichtig: Machen Sie lieber etwas weniger Kohl ins Glas als zu viel. Viele neigen dazu das Glas möglichst voll zu machen. (Das ging uns am Anfang unserer Fermentationsreise auch so;-)) Aber das kann oder wird im Laufe der Fermentation eher zu mehr Arbeit für Sie führen. Sobald die Fermentation nämlich startet entwickeln sich Gase. Dadurch vergrößert sich das Volumen und die Flüssigkeit im Glas steigt auf. Bei Gärgefäßen mit Gäraufsatz kommt dann die Flüssigkeit oben aus dem Ventil und es gibt eine Sauerei. Später wenn die Luft dann entwichen ist fehlt die Flüssigkeit dann wieder und man muss auffüllen. Sie merken schon, manchmal ist weniger mehr;-)

6. Nun falten Sie die guten Kohlblätter von Punkt 1, bedecken den Inhalt des Gärglases und beschweren es mit einem Gewicht. Beschwerungsgewichte aus Glas sind an dieser Stelle sehr praktisch und haben viele Vorteile. Machen Sie es so, dass der Kohl vollständig im eigenen Saft liegt. Sollte noch etwas fehlen können sie die in der Schüssel verbliebene Flüssigkeit zum Auffüllen nutzen.

7. Jetzt das Glas schön sauber machen, abtrocknen und den Gärverschluss mit Hilfe des Schraubverschlusses am Glas fixieren. Dieses Glas lagern Sie nun für 1 Woche bei Zimmertemperatur. Anschließend für mindestens 2 - 4 Wochen im kühlen Keller, Vorratsraum oder gar Kühlschrank fermentieren lassen. Wer sich so lange gedulden kann, sollte das Sauerkraut insgesamt 8 Wochen gären lassen. Dann ist es aus unserer Sicht perfekt. Die Fermentation bei niedrigerer Temperatur soll verhindern, dass das Sauerkraut zu sauer wird. Nachdem das selbstgemachte Sauerkraut insgesamt 3 Wochen fermentieren durfte können Sie schon einmal probieren, ob der Geschmack gut ist. Wenn es schmeckt ist der Fermentationsprozess abgeschlossen und Sie können das leckere Kraut genießen. Wenn es noch nicht so mundet, Deckel wieder drauf und weiter fermentieren lassen. Einmal angebrochen ist Ihr selbst hergestelltes Sauerkraut kühl gelagert über mehrere Monate haltbar.

8. Nachdem wir das Sauerkraut hergestellt haben, geht es nun an die Ernte des Sauerkrautsaftes. Sie können einerseits mit Sieb und Trichter arbeiten oder auch mit einem Nussmilchbeutel um wirklich den letzten Tropfen Saft aus Ihrem Sauerkraut zu pressen. Dazu einfach den Trichter auf der Flasche platzieren, Sieb darauf und einen Teil des Sauerkrauts in das Sieb geben. Tröpfchenweise läuft jetzt der Sauerkrautsaft durch Sieb und Trichter in die Flasche. Nach einem Moment können Sie mit etwas Druck nachhelfen. Sofern kein Saft mehr kommt, das Sauerkraut in ein geeignetes Gefäß geben und die nächste Ladung in das Sieb schütten. Das machen Sie so lange bis Sie genügend Sauerkrautsaft haben oder das Gärgefäß leer ist. Die zweite Variante wäre mit Hilfe eines Nussmilchbeutels. Einfach das Sauerkraut in den Beutel und schön drücken. Auf diese Weise können Sie noch mehr Druck ausüben und entsprechend mehr Sauerkrautsaft ernten.
 
Nun haben Sie etwas trockenes Sauerkraut und Ihren selbstgemachten Sauerkrautsaft dessen Zutatenliste sich auf Weißkohl und Salz beschränkt. Leider ist die Ausbeute nicht so riesig aus diesem Grund können Sie den Saft auch gern mit gutem Mineralwasser etwas strecken um ein paar länger damit hinzukommen. Dann sinkt zwar die Konzentration der Bakterien je Liter allerdings können Sie sich so jedoch konstant mit einer geringeren Bakterienkonzentration versorgen. Wenn Sie keine Zeit oder Lust oder beides nicht haben, können Sie auch fertigen rohen Bio Sauerkrautsaft hier online kaufen*